Kostenlos und unverbindlich: Gemeinde bietet Vor-Ort-Energieberatungen an

2017-01-09_BlättleAntworten auf Fragen rund um energetische Sanierungsmaßnahmen, zu hohen Energieverbrauch oder auch zur regenerativen Energiegewinnung bietet vom 20. bis 23. Februar 2017 die Energieberatungswoche der Gemeinde Veitshöchheim. Das Angebot ist kostenlos, unverbindlich und die Beratungen finden vor Ort im Haus oder der Wohnung statt.

Die Energieberater machen einen Energiecheck zur energetischen Einschätzung des Gebäudes, bieten Informationen zu energetischen Maßnahmen und geben einen Wegweiser für das weitere Vorgehen bzw. zu abrufbaren Fördermitteln. Voraussetzungen für eine Beratung sind 30 Minuten Zeit und die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre.

Die Energieberatungswoche umfasst am 20. und 22. Februar die Wohngebiete Altort, Lindental, Schenkenfeld, Setz und am 21. und 23. Februar die Wohngebiete Birkental, Gadheim, Gartensiedlung, Sendelbachtal und Speckert.

Anmeldungen nimmt Klimaschutzmanager Jan Speth (Tel.: 0931/9802-731, j.speth@veitshoechheim.de, Rathaus Zimmer 26) entgegen.

Veitshöchheimer Schüler waren dem Plastikmüll auf der Spur

plastikpiraten_keyvisual_quer_buehne_1920x1080pxHäufig liest man, dass Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich in unseren Weltmeeren landen. Dort stellt der Müll ein massives ökologisches Problem dar: Laut deutschem Umweltbundesamt befanden sich 2013 100 bis 150 Millionen Tonnen Abfälle in den Meeren, 60 % davon aus Plastik. 70 % des Abfalls sänken auf den Meeresboden, 15 % schwämmen an der Wasseroberfläche und 15 % würden an Strände gespült. Die Verantwortung dafür tragen alle, denn ein Großteil des Mülls wird über Bäche und Flüsse in das Meer getragen.

„Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier“ heißt eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016/2017 „Meere und Ozeane“ initiierte Aktion, die für diese Thematik sensibilisieren soll: Bundesweit haben Schulklassen und Jugendgruppen Ende 2016 heimische Fließgewässer und deren Uferbereiche nach (Plastik-) Müll untersucht und Statistik über die Plastikbelastung geführt. Mit dabei war auch unsere Veitshöchheimer Grundschule: In mehrern Gruppen waren die „Plastikpiraten“ am Main unterwegs und haben den Müll unter die Lupe genommen.

Siehe da: Auch in Veitshöchheim – somit direkt vor der Haustüre – fand sich natürlich allerlei Plastikmüll. Mit 58,2 % machte der Plastikmüll sogar den größten Anteil aus, gefolgt von Zigarettenstummeln (13,9 %), Glas (10,3 %) und Papier (7,3 %). Unter den Funden befanden sich auch gefährliche Sachen wie z.B. Glasscherben, scharfe Metallteile oder sogar Chemikalien. Die ausführliche Statistik der Schüler sowie Bilder sind hier online abrufbar.

Mit den bundesweit gewonnenen Daten arbeitet nun die Kieler Forschungswerkstatt weiter. Dort wird zum Beispiel analysiert, welche Flussabschnitte besonders stark mit Plastik verschmutzt sind und wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt. Daraus lassen sich Schutzmaßnahmen ableiten, die Flüssen, Meeren und letztlich uns selbst zugute kommen. Alle Projektgruppen der Jugendaktion haben an einer Verlosung mit tollen Preisen teilgenommen.

>> Homepage Wissenschaftsjahr 2017, dort: Informationen zu der Plastikpiraten-Aktion

Veitshöchheimer Vituskirche erstrahlt in neuem Licht – Energieeinsparung 88,06%

Copyright: Dieter Gürz

Copyright: Dieter Gürz

Besuchern der Weihnachtsmesse wird es aufgefallen sein – oder auch nicht: Die Beleuchtung der Vituskirche wurde in Kooperation von Pfarrer Robert Borawski, Kirchenpfleger Oswald Bamberger und Klimaschutzmanager Jan Speth auf warmweiße, dimmbare LED-Leuchtmittel umgestellt. Ergebnis: Eine erhebliche Energieeinsparung, eine angenehmere Lichtfarbe und eine bessere Ausleuchtung. Zum tollen Bericht von Dieter Gürz (Veitshöchheim Blog).

Anmerkung: Die Kosten von 460 Euro bezogen sich auf die Bestellung von 75 Leuchtmitteln.

Intelligente Lichttechnik in gemeindlicher Tiefgarage

imag4890Nagelneu, energieeffizient und deutlich heller als zuvor ist die Beleuchtung der Tiefgarage in der Bilhildisstraße nach der Sanierung: Die bisher betriebenen Leuchtstoffröhren hatten ihre technische Lebensdauer erreicht und wurden nun durch eine intelligente LED-Lichttechnik ersetzt.

Was änderte sich für Tiefgaragennutzer? Nicht viel: Wie bisher schaltet die Beleuchtung bei Dämmerung automatisch ein. Im Gegensatz zum früheren Zustand brennt die Beleuchtung jedoch nicht die komplette Nacht taghell, sondern wird automatisch auf 10% Helligkeit heruntergedimmt, solange sich niemand in der Tiefgarage aufhält. Erfasst die Lichtsteuerung eine Person, fährt die Helligkeit der Leuchten in diesem Bereich sofort auf 100% hoch. Die einzelnen Leuchten werden dabei individuell via Bewegungssensor gesteuert. Erfasst die Beleuchtung für ca. drei Minuten keinerlei Bewegung mehr, dimmen die Leuchten wieder auf 10% Helligkeit. Die Erfassung ist sehr sensibel und schnell, so die erste Feststellung der Rathausverwaltung.

Die Anzahl der Lichtpunkte konnte durch eine geschicktere Anordnung der Leuchten und einer deutlich hellere Ausleuchtung von über 50 (zuletzt waren davon nur etwa 32 Leuchten in Betrieb) auf 30 reduziert werden. Die optimierte Ausleuchtung wirkt sich nicht zuletzt auch auf das subjektive Sicherheitsempfinden positiv aus. Die CREE-LED einer deutsch-niederländischen Firma hat Industriequalität, die Lebensdauer wird mit 100.000 Stunden angegeben. Die Einsparung liegt bei etwa 3.500-3.700 kWh jährlich.

Natürlich kann eine derartige Beleuchtung auch im privaten Bereich (z.B. Tiefgarage Mehrfamilienhaus, Unternehmen etc.) eingesetzt werden. Fragen beantwortet Klimaschutzmanager Jan Speth gerne!

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Beleuchtungszustand vor der Sanierung. Links im Bild war bereits testweise eine LED-Leuchte installiert.

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Beleuchtungszustand nach der Sanierung: Weniger Lichtpunkte mit weniger Leistung sorgen nun für eine deutlich bessere Ausleuchtung. Ist niemand in der Garage, dimmen die Leuchten auf 10% der Leistung herunter.

Schöne und erholsame Weihnachtsfeiertage!

 

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Des is fei wahr und is kei Witz
Die G’schicht fo unsrä Christbaumspitz.
Des war a schene Spitz jawull
Fo auß’n silbri und inna hull
Drum hod mei Frau g’sagt „Gouder Fritz
Gib ma fei obacht auf die Christbaumspitz!“

Und i hob grod den christbam putzt
Und hät mi werkli bold dahutzt
Und wals pressiert hod do drum eben
Lang i mit meiner Händ‘ danebn.
Der Mensch macht monchmal blödi Schnitz – Am Bud’n liegt die Christbaumspitz.

Die Frau die wor grad net zur Schdell
Drum hob i denkt, et’s handelst schnell
Die Hinterseid’n war lädiert
Drum hob is g’scheit mit Leim o’gschmiert
Hob’s wieder naufpappt auf ihr’n Sitz
Gleich hie am Bam die Christbaumspitz.
Wer’s g’wußt hätt, der hätt’s deutli g’sehn,
doch i hob goanix g’sacht desweng.

Doch bei der B’scherung – des war dumm
Mir stena under’m Christbaum rum
Und weii mei Frau singt „Einsam wacht“,
dou hat’s auf amal komisch kracht.
I merk, weii i ganz plötzli schwitz,
am Bod’n liegt die Christbaumspitz.

I hob blous mit die Achseln zuckt
Und hob an maner Krawatt’n krukt
Und hob g’sagt
„Dou is schould blous dei unheimlich Singerei,
die kräftig Tön, die ham’s zahout,
Warum bläckst’n immer a su laut?
Du schnulzt ja viel zu viel Lakritz,
siegst, et’s is hie, die Christbaumspitz“.

In Werglikeit is anders g’west,
der Leim der hat sie langsam g’lest
und hat halt nimmer a su pappt,
drum hot die Spitz sich g’lockert g’habt
und schuld dro war die Aff’nhitz
und i mit meiner Christbaumspitz.

– verändert nach Franz Bauer –

Trotz vieler unschöner Nachrichten und fehlendem Schnee wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie eine schöne, erholsame Weihnachtszeit sowie einen guten Start ins Jahr 2017!

Jan Speth, Klimaschutzmanager

APG-Carsharing mit Fahrzeug im Veitshöchheimer Altort – Inhaber von VVM-Zeitkarten profitieren

© Dieter Gürz

© Dieter Gürz

Absolut zentral und damit gut erreichbar steht seit November ein neues Carsharing-Auto im Veitshöchheimer Altort: Der silberne Ford Fiesta befindet sich gegenüber des Gernecksplatzes am Parkplatz Bahnhofstraße und kann ab sofort nach Registrierung genutzt werden.  Die gemeinschaftliche Nutzung dieses Autos möglich gemacht haben das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg (KU) über die Tochtergesellschaft APG sowie das Ford-Autohaus Rumpel und Stark in Kooperation mit DB Rent. Veitshöchheim ist damit nach Rimpar die zweite Gemeinde, die das APG-Carsharing ermöglicht. Weitere Standorte im Landkreis sollen noch folgen.

Kundenkarte holen und losfahren

Für die zukünftigen Nutzer ist das neue Carsharing-Angebot so einfach und transparent wie möglich gestaltet: Für einmalig 14,90 Euro kann eine deutschlandweit gültige Kundenkarte beantragt werden, mit der sich das Auto via Frontscheiben-Kartenleser öffnen lässt. Inhaber von VVM-Zeitkarten/APG-Zeitkarten müssen hierfür nur 9,90 Euro bezahlen. Buchen/reservieren kann man das Auto dann via Internet oder alternativ App. Als Fahrer muss man sich dann um nichts weiter kümmern und ist durch automatische Haftpflichtversicherung gut geschützt: Schlüssel und Tankkarte befinden sich im Handschuhfach des Autos – einfach zum gebuchten Zeitpunkt reinsetzen und losfahren! Tanken ist beim APG-Carsharing für den Nutzer nebensächlich: Mit der hinterlegten Tankkarte tanken Sie bei teilnehmenden
Tankstellen kostenlos auf. Dies ist nur erforderlich, wenn der Tank gegen Ende der Fahrt zu weniger als ¼ gefüllt ist.

Unkompliziertes Bezahlsystem

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Preise

Beim APG-Carsharing fallen keine monatlichen oder jährlichen Kosten an. Sprich: Man zahlt nur dann, wenn man das Auto auch nutzt. Die Abrechnung erfolgt dann entweder stündlich bzw. alternativ tageweise. Die Stunde kostet zwischen 22 und 8 Uhr genau 1,50 Euro und zwischen 8 und 22 Uhr 5 Euro. Ein Tag kostet 50 Euro und ab dem zweiten Tag 29 Euro. Die Kilometerpauschale beträgt 0,19 Cent pro Kilometer und wird GPS-genau abgerechnet. Bezahlen kann man via Lastschrifteinzug oder Kreditkarte. Die Rechnung bzw. Aufstellung der Fahrten erhält man kostenlos via E-Mail.

Nutzungsbeispiele

Ausflug an den See: Familie Schmitt plant einen Ausflug an einen Badesee und trägt den Termin am Vorabend via App ein. Am nächsten Tag holt die Familie das Auto mit der Kundenkarte am Bahnhof ab, läd Luftmatratze und Sonnenschirm ein und fährt zum See. Insgesamt verbringt die Familie vier Stunden mit dem Auto und legt 25 Kilometer zurück. Danach liegt der Schlüssel wieder im Handschuhfach und mit der Karte wird das Auto verschlossen. Familie Schmitt bekommt anschließend 24,75 Euro inklusive Kilometerpauschale in Rechnung gestellt. „Da zahl ich mit meinem Privatauto aber weniger“ könnte man zu Familie Schmitt nun sagen, darf dabei aber nicht unberücksichtigt lassen: Anschaffungskosten, Versicherungskosten, KfZ-Steuer, Werkstatt-Kosten (inkl. Service/Inspektion, TÜV etc.) und Spritkosten fallen beim Carsharing weg! Auch muss man sich über Wertverlust, Ölwechsel oder das leidige Reifenwechseln keine Gedanken mehr machen.

Anderes Beispiel: Thomas hat Besuch und zu später Stunde noch Hunger und möchte mit Freunden nach Würzburg fahren. Für die insgesamt etwa 18 Kilometer zahlt er 3,42 Euro Kilometerpauschale und 3 Euro für zwei Stunden Nutzungsdauer (nach 22 Uhr).

Ansprechen möchte man vor allem Familien ohne Zweitwagen, Fahranfänger, die kein eigenes Auto haben, Gewerbetreibende oder Touristen.

Das Veitshöchheimer Carsharing-Auto

© Dieter Gürz

© Dieter Gürz

Das Veitshöchheimer Carsharing-Auto ist ein Ford Fiesta Fünftürer mit viel Stauraum. Sitzheizung, Front- und Heckscheibenheizung, Klimaanlage, moderne Musikanlage und weitere Ausstattung bieten maximalen Komfort. Eiskratzen entfällt. Zukünftig wird es möglicherweise auch ein Elektroauto geben, sollte die Stromtankstelle am Parkplatz realisiert werden.

Das Fahrzeug steht zentral im Altort, im Umgriff von Bahnhof, Bücherei, Hofgarten, Jugendzentrum, Rathaus. Es muss nach Benutzung auch dort wieder abgestellt werden.

Veitshöchheim als Vorreiter im Landkreis

Veitshöchheim hat im Landkreis Würzburg bereits eine Vorreiterrolle eingenommen, was Carsharing angeht: Als erste Gemeinde in der Region war hier nach einer Vorlaufzeit von eineinhalb Jahren Diskussion und Beratung im Agenda 21-Arbeitskreis im März 2014 ein Seat Mii-Dreitürer-Auto der Sharegroup GmbH, einem Kooperationspartner der DB Rent mit dem größten Netz in Deutschland, nutzbar. Möglich wurde dieses örtliche Scouter-Carsharing-Angebot durch das Arbeitskreismitglied Manfred Hohmeier, der auch einen seiner eigenen Stellplätze in der Sendelbachstraße 1 als Standort unentgeltlich zur Verfügung stellte. Leider wurde das Carsharing-Auto Ende 2015 von Scouter trotz (für Veitshöchheimer Verhältnisse) gute Nutzung nach Würzburg abgezogen und bis Dato trotz Zusagen nicht zurückgebracht.

Informationen zum APG-Carsharing auf einen Blick:

 

Energie sparen an Weihnachten – Tipps der Gemeinde Veitshöchheim

24551_0Beleuchtung, Heizung, Essen, Reisen… es gibt viele Bereiche, in denen man an Weihnachten mit minimalem Aufwand viel Energie und CO2 einsparen kann.

Auch bei der Wahl der Geschenke hat man dank Energieeffizienzklassen die Möglichkeit, positiv Einfluss zu nehmen.

Wir haben einige Tipps zusammengefasst.

Mehrwertsteuer auf Reparaturen senken?

Hier funktionierte das Kassettendeck nicht mehr. Gummiringe ausgeleiert...

Bild vom sechsten Veitshöchheimer Repair Café

Ein interessanter Ansatz gegen die Wegwerfmentalität verfolgt derzeit die schwedische Regierung: Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen bestimmter Gegenstände soll Einfluss auf das Konsumverhalten nehmen. Wer beispielsweise einen Handwerker ins Haus kommen lässt, um seine Waschmaschine oder den Kühlschrank reparieren zu lassen, zahlt künftig weniger für die Arbeitsstunde.  Im Umkehrschluss können neue Arbeitsplätze entstehen und für ein Plus bei der Umsatzsteuer sorgen. Ziel: Anreiz geben, seine Dinge reparieren zu lassen, anstatt sie wegzuwerfen und neu zu kaufen.

>> zum Bericht von Spiegel Online

Pilotprojekt digitale Fahrgastanzeige: Verbesserung für den ÖPNV

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An vier ausgewählten Bushaltestellen (Kirchstraße und Friedenstraße in beide Fahrtrichtungen) in Veitshöchheim gehen noch in diesem Jahr digitale Fahrgastanzeigen in Betrieb. Diese informieren in Echtzeit über die Abfahrtszeiten der Busse, Per Knopfdruck ist auch eine akkustische Ansage für Sehbehinderte abrufbar. Das Vorhaben „digitale Fahrgastanzeige“ ist ein Pilotprojekt der NWM in Veitshöchheim und soll bei Erfolg landkreisweit umgesetzt werden. Der zusätzliche Service stellt eine wesentliche Verbesserung für den ÖPNV dar.

Klimaschutzplan 2050: Kabinett beschließt Wegweiser in ein klimaneutrales Deutschland

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Das Bundeskabinett hat heute im Umlaufverfahren den von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgelegten Klimaschutzplan 2050 beschlossen. Es ist das erste Regierungsdokument, das den Weg in ein weitgehend treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050 aufzeigt. Der Plan enthält erstmals Klimaziele für einzelne Wirtschaftszweige und gibt so eine konkrete Orientierung für strategische Entscheidungen in den nächsten Jahren.

Hendricks: „Mit dem Klimaschutzplan zeigen wir, was die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens konkret für Deutschland bedeutet. Wir denken bewusst heute schon an 2030 und 2050, damit allen Beteiligten genug Zeit bleibt, sich auf die neuen Herausforderungen einzustellen. Denn mir geht es darum, durch rechtzeitiges Handeln Strukturbrüche zu vermeiden. Durch rechtzeitige Weichenstellungen machen wir den Klimaschutz zum Motor für die Modernisierung unserer Volkswirtschaft. Das schafft Jobs und stärkt unsere Rolle auf dem Weltmarkt.

Mit diesem Klimaschutzplan können wir uns international sehen lassen. Wir orientieren uns am Leitbild der weitgehenden Treibhausgasneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts. Zum ersten Mal haben wir Zielkorridore für einzelne Sektoren definiert. Ab heute kann sich niemand mehr einreden, Klimaschutz betreffe nur die anderen. Ich bin davon überzeugt, dass wir damit eine Zeitenwende in der deutschen Klimapolitik eingeleitet haben. Viele Ministerien haben sich konstruktiv eingebracht und werden wichtige Beiträge leisten, wofür ich mich ausdrücklich bedanken möchte.“

Der Klimaschutzplan orientiert sich am Leitbild der weitgehenden Treibhausgasneutralität bis zur Mitte des Jahrhunderts. Für das Jahr 2030 bekräftigt er das Gesamtziel einer Treibhausgasminderung von mindestens 55 Prozent gegenüber 1990. Dieses Gesamtziel wird zugleich erstmals auf einzelne Sektoren heruntergebrochen. Damit gibt der Plan für alle Sektoren eine klare Orientierung.

Von zentraler Bedeutung ist der Umbau der Energiewirtschaft. In diesem Sektor wurden mit der Energiewende bereits wichtige Weichen gestellt. Mit erneuerbarem Strom werden auch andere Sektoren – wie etwa den Verkehr – in die Lage versetzt, wegzukommen von klimaschädlichen fossilen Energien. Die erneuerbaren Energien werden weiter ausgebaut und die Kohleverstromung entsprechend zurückgehen. Eine neue Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ soll einen Instrumentenmix entwickeln. Dieser soll den Regionen und Branchen helfen, die vom Strukturwandel besonders betroffen sind, der mit der Energiewende einhergeht.

Im Gebäudebereich gibt es einen „Fahrplan für einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand“. Gebäude sind besonders langlebig, darum müssen hier schon früh die Weichen für 2050 gestellt werden. Bis 2030 soll die Minderung 66-67 Prozent betragen. Das wird über anspruchsvolle Neubaustandards, langfristige Sanierungsstrategien und die schrittweise Abkehr von fossilen Heizungssystemen geschehen.

Der Verkehrsbereich wird mit 40 bis 42 Prozent zum 2030er Klimaziel beitragen. Eine Reihe von Klimaschutzkonzepten soll hierfür Maßnahmen aufzeigen, etwa ein Klimaschutzkonzept Straßenverkehr. Alternative Antriebe, der ÖPNV, der Schienenverkehr und der Rad- und Fußverkehr aber auch eine Digitalisierungsstrategie werden eine wichtige Rolle spielen.

Im Bereich der Industrie soll die Minderung 49 bis 51 Prozent betragen. Hier wird die Bundesregierung ein Forschungs-, Entwicklungs-, und Markteinführungsprogramm zur Minderung bisher nicht vermeidbarer industrieller Prozessemissionen auflegen.

In der Landwirtschaft sollen Lachgasemissionen aus Überdüngung deutlich reduziert werden. Zudem will sich die Bundesregierung in Brüssel dafür einsetzen, dass sich die EU-Agrarsubventionen an den klimapolitischen Beschlüssen der EU orientieren. In der Landwirtschaft sind die Potenziale grundsätzlich beschränkt. Bis 2030 wird daher eine Minderung in Höhe von 31 bis 34 Prozent erwartet – wie in allen Sektoren gegenüber 1990.

Für die Landnutzung und Forstwirtschaft, die nicht in die Bewertung der Zielerfüllung einbezogen werden, stehen der Erhalt und die Verbesserung der Senkenleistung des Waldes im Vordergrund. Dazu kommen die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die damit verbundene Holzverwendung, der Erhalt von Dauergrünland, der Schutz von Moorböden und die Klimapotenziale der natürlichen Waldentwicklung.

Hendricks: „Mit dem Klimaschutzplan geben wir den einzelnen Wirtschaftszweigen einen konkreten Rahmen für strategische Entscheidungen in den nächsten Jahren. Ich bin sicher, dass diese Aussichten eine enorme Kreativität und Schaffenskraft auslösen werden. Der Klimaschutzplan schafft Orientierung, die Unternehmen, Gewerkschaften, die Wissenschaft, Kreative – und auch PolitikerInnen – nutzen können und nutzen werden, um Deutschland klimaverträglich zu gestalten bis zur Mitte des Jahrhunderts.“

Grafik und Text: BMUB